Parodontose

Was ist Parodontose und wie entsteht sie?

Die Parodontose (Parodontitis) ist eine Entzündung der Gewebearten, die einen Zahn im Mund verankern. Neben dem bakteriellen Zahnbelag, der Parodontose verursachen kann, wird ihre Entstehung auch durch einige andere Risikofaktoren gefördert. Zu diesen zählen Diabetes mellitus, starker Zigarettenkonsum, erbliche Faktoren, Stress oder bestimmte Keime im Mund. Eine Paradontose beginnt meist schmerzfrei und kann aus einer Zahnfleischentzündung entstehen. Meist verläuft sie langsam und betrifft üblicherweise Personen ab dem 30. Lebensjahr (chronische Parodontitis). Jedoch gibt es auch Formen, an denen deutlich jüngere Personen erkranken, und die häufig sehr rasch fortschreiten (aggressive Parodontitis). Durch die Entzündung kommt es zur Zerstörung des Zahnhalteapparates. Es bilden sich Zahnfleischtaschen, in denen sich Keime sammeln und vermehren. Schreitet die Entzündung weiter voran, kommt es zum Abbau des Knochens. Dadurch haben die Zähne weniger Halt als zuvor. Infolge dessen können Zähne anfangen zu wandern und so ihre Position verändern. Oder sie beginnen zu wackeln. Schreitet der Abbau noch weiter fort, kann dies zum Verlust von „gesunden“ Zähnen führen. Die ersten Anzeichen einer Entzündung des Zahnhalteapparates können blutendes, gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch sowie Mundgeruch sein. Die Parodontitis ist die häufigste Ursache von Zahnverlust nach dem 45. Lebensjahr.


Welche Risiken bestehen für den Gesamtorganismus? Eine Entzündung des Zahnhalteapparates kann zum Verlust des Zahnes führen. Es gibt aber noch weitere Risiken. Bei schwangeren Frauen können solche Entzündungen im Mund zu untergewichtigen Früh-geburten führen. Parodontose kann auch die Entstehung von Arteriosklerose, Herz-/Kreislauferkrankungen sowie Atemwegserkrankungen fördern. Für den Erhalt Ihrer Gesundheit und ein unbeschwertes Leben sind entsprechende Vorsorge und regelmäßige Kontrollen unerlässlich.
 

Wie wird sie festgestellt und behandelt? 

Durch gezieltes Einsetzen spezifischer Tests (z.B. Parodontale Screening Tests) kann eine eventuelle Entzündung leicht festgestellt werden. Bei einem demenstprechenden Verdacht können weitere, noch genauere Untersuchungen (Röntgenbilder, Blutungstest, Parodontalstatus, mikrobiologische Bestimmung) Sicherheit schaffen und den Schweregrad bestimmen. Das Hauptziel der Behandlung ist die vorhandene Entzündungen aufzuhalten. Dadurch wird einer weiteren Zerstörung des Gewebes um die Zahnwurzel herum vorgebeugt und der Knochenabbau verhindert. Die Behandlung gliedert sich in drei Abschnitte. Am Anfang steht eine gezielte professionelle Zahnreinigung, die mehrmals wiederholt werden muss. Sie reduziert Bakterien und dämmt so die Zahnfleischentzündung ein. Im Anschluss daran werden die Taschen intensiv gereinigt (geschlossene Kürettage). Diese Reinigung findet unter Lokalbetäubung statt. In speziellen Fällen, etwa wenn sehr tiefe Taschen trotz Behandlung entzündet bleiben, können auch kleinere Eingriffe (offene Kürettage, regenerative oder resektive Therapie) notwendig werden. Nach Abschluss der Behandlung erfolgt die Erhaltungsphase mit regelmäßigen Kontrollterminen, den sogenannten Recalls. Hierbei wird versucht, das anvisierte Behandlungsergebnis zu sichern.

Was muss nach Abschluss der Behandlung beachtet werden?

Die Parodontitis ist eine Erkrankung, die eine lebensbegleitende Betreuung notwendig macht. Neben einer dauerhaft optimalen Mundhygiene sind regelmäßige Kontrolltermine mit professioneller Zahnreinigung unabdingbar und führen zu dem bestmöglichen Behandlungsergebnis. So können neu auftauchende Probleme frühzeitig erkannt und sofort behandelt werden. Je nach Erkrankungsrisiko sind 2-4 Termine pro Jahr erforderlich, um das Wiederauftreten der Erkrankung zu verhindern.

Welche Kosten fallen an?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die gesamten Kosten für die intensive Reinigung der Taschen in lokaler Betäubung. Die professionelle Zahnreinigung als Vorbehandlung einer Parodontitis sowie gewisse kleinere Eingriffe sind jedoch nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Diese Kosten müssen durch den Patienten selbst getragen werden. Generell hängen die Kosten von dem Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad ab. Bei einer privaten (Zusatz-) Versicherung ist der Anteil der Kostenübernahme vom jeweiligen Versicherungstarif abhängig. Dies sollte möglichst mit dem Versicherungsträger im Voraus geklärt werden.


Bleiben Sie gesund! Natürliche Zähne sind besser als jeder Zahnersatz. Der Erhalt Ihrer natürlichen Zähne liegt uns somit sehr am Herzen. Unsere Philosophie lautet daher auch „Vorbeugen ist besser als Heilen“. Die Basis dafür schaffen Sie durch eine konsequente Pflege von Zähnen und Zahnfleisch. Eine optimale häusliche Mundhygiene, regelmäßige Kontrollen und die professionelle Zahnreinigung tragen in großem Maße zum Erhalt Ihrer Zähne bei. Bei allen Fragen rund um Ihre Zähne, Ihr Zahnfleisch und die optimalen Maßmahmen zur Mundhygiene stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite. Sprechen Sie uns einfach an.

 

Dr. Viktoria Seneadza und das Team der Zahnarztpraxis